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Im Schatten der Zelte

BRD 2003, 88 min, deutsche Originalfassung, 19.90 €   E032


Berichte und Beobachtungen vom Hamburger Grenzcamp 2002

In Grenzcamps belagert die autonome und antirassistische Bewegung im Sommer jeweils an einem exemplarischen Ort die inneren und äußeren Grenzen, mit denen Deutschland und die Deutschen ihre Privilegien abschirmen.

Der Film dokumentiert Aktionen und Diskussionen während des einwöchigen Hamburger "Land in Sicht"-Camps und geht dabei der Frage nach, was einen produktiven Konflikt ausmacht. Zelte stellen eine dünnhäutige Intimität dar. Sie kennzeichnen das fragile "Wir", das sich während eines Grenzcamps zwischen den TeilnehmerInnen bildet. Die Zelte umschließen es und teilen es gleichzeitig auf. Die Zeltwand als Bild der Grenze: wer Grenzen aufheben will, muß bereit sein zu streiten. Unterschiedliche Interessen werden durch Gebietsaufteilung reguliert oder müssen im Konflikt immer wieder aufs Neue ausgehandelt werden.

Im Hamburger Camp gab es beides: Das höfliche Nebeneinander von Programmen und Aktionen, wo die unterschiedlichen Auffassungen nicht zusammenzubringen waren, aber auch den erbitterten Streit. Was heißt es, sich gegenseitig ernst zu nehmen? Was unterscheidet die fruchtbare Auseinandersetzung vom Machtkampf? Wie kann eine so flüchtige und zufällig zusammengesetzte Struktur wie ein Grenzcamp zu eigenen souveränen Entscheidungen kommen und zu einer gemeinsamen politischen Kraft werden? Der Film will mit seinen Beobachtungen einen Beitrag zur Untersuchung dieser Fragen zu leisten.


Produktion: Install.2

Realisation: Imma Harms

 

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