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Die Rote Zora

Österreich 2000, 28 min, deutsche Originalfassung, 19.90 €   F011


Die Rote Zora war eine militante Frauengruppe, die in den 80er Jahren in Deutschland über 20 Anschläge verübte und diverse andere Aktionen durchführte. Bekämpft wurden Atom-, Gen- und Reproduktionstechnologie, die Anschlagsziele waren Konzerne wie Bayer, Schering und Siemens, Forschungsinstitute und das Eigentum von "Vertretern der patriarchalen Ordnung"(RZ 1983).

Die Rote Zora bildete eine radikale politische Opposition zur bestehenden Gesellschaftsordnung und setzte auf eine Politik der Sachbeschädigung. Einer ihrer Grundsätze bestand darin, bei den Anschlägen keine Menschen zu verletzen. Zahlreiche ihrer Texte zeigen, dass sie eine "bewaffnete, aber oft genug mit der Schreibmaschine kämpfende Gruppe"(Oliver Tolmein) war.

Zentrales Element des Videos "Die Rote Zora" bildet ein Interview, das im Sommer 2000 mit Corinna Kawaters geführt wurde. Sie ist die einzige Frau der Rote Zora, die wegen der "Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung" von einem Gericht verurteilt wurde. Ein weiteres Gespräch wurde mit der Sozialwissenschaftlerin Erika Feyerabend aufgenommen, die wie die anderen Mitarbeiterinnen des Gen-Archiv Essen Ende der 80er Jahre in den Strudel der polizeilichen Ermittlungen gegen die Rote Zora geraten ist.


Das Video bietet Raum für die persönlichen Erzählungen und Sichtweisen der Frauen und läßt ein Bild der sozialrevolutionären Militanz entstehen, das sich von den scheinbar objektiven Darstellungen der deutschen Medienmacht abhebt, sicher aber auch Stoff für Diskussionen bietet.


Produktion: steirischer herbst, Wien

Realisation: Oliver Ressler

 

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