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"arbeitsscheu - abnormal - asozial"

BRD 2010, 30 min, deutsche Originalfassung, auch mit engl. UT, 15.00 €   AF027


Die Rummelsburger Bucht in Berlin Lichtenberg: sanierte Eigentumswohnungen, Townhouses für den anspruchvollen Geschmack. Das Gebiet in Wassernähe ist heute im baulichen Aufschwung begriffen. Genau an diesem Ort aber wurde Ende des 19. Jahrhunderts das größte Arbeitshaus Preußens für mehr als 1000 Menschen errichtet. Die Gebäude stehen noch heute, aber an ihre wechselvolle Geschichte erinnert nahezu nichts. Obdachlose, sozial Auffällige und vor allem arme Menschen, die später als  „Asoziale“ bezeichnet wurden saßen dort ein und mußten Zwangsarbeit verrichten. Mit dem Nationalsozialismus erreichte die Ausgrenzung der „Asozialen“ ihren Höhepunkt.

Der 30minütige Dokumentarfilm von Andrea Behrendt wirft einen Blick auf die vergessene Geschichte der Berliner Arbeitshäuser, schwerpunktmäßig auf das Arbeitshaus Rummelsburg. Zu Wort kommen Menschen, die etwas mit diesem Ort zu tun haben. Ein Historiker, eine Pensionswirtin, die ihre Gäste im ehemaligen Arresthaus des Arbeitshauses beherbergt und eine Aktive des Arbeitskreises Marginalisierte, der mit Gedenkveranstaltungen an die Geschichte der „Asozialen“ während des Nationalsozialismus erinnert. Auch Bruno S., ein Strassenmusiker und Künstler, der bereits aus Filmen Werner Herzogs (Kaspar Hauser) bekannt wurde wird interviewt.

Fragmentarisch kommen die einzelnen Erzählungen zusammen. Die Geschichte des Ortes ist noch längst nicht umfassend erforscht. Bis in die 50er Jahre wurde das Gelände als Arbeitshaus genutzt, später während der Zeit der DDR als Gefängnis. Der Bogen wird weit gespannt. Vom preußischen Arbeitsethos bis hin zu Hartz IV thematisiert der Film welche Auswirkungen staatliche Abhängigkeit auf das Leben derer hat, die aus den Rastern eines vorherrschenden Arbeitsethos heraus fallen


Produktion: Globale Medienwerkstatt e.V.

Realisation: Andrea Behrendt

 

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